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Wie alles anfing 1989, in einer Zeit großer Unsicherheiten, fanden sich in Prenzlau im ostdeutschen Bundesland Brandenburg Frauen ganz spontan zusammen. Sie gaben sich gegenseitig Kraft, die gesellschaftlichen Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Familien zu bewältigen. Um mehr Stimmgewalt zu erhalten, gründeten wir 1990 den Verein " Interessengemeinschaft Frauen Prenzlau e.V.". Unser Grundanliegen war die Interessenvertretung der Frauen. Unser erstes Projekt war eine Beratungsstelle für Frauen in Not. Mit den Jahren erkannten wir jedoch, daß die Probleme von Frauen auch Probleme ihrer Kinder und Familienangehörigen sind. Unsere Arbeit konfrontierte uns zunehmend mit der Not von Kindern und Jugendlichen. 1992 wurde für uns offensichtlich, daß wir unser Gebiet -Frauenarbeit - erweitern müssen und uns somit erstmalig über unseren damaligen Vereinsbereich hinaus engagieren mußten. Mit Hilfe vieler Firmen konnten wir einen Kinder- und Jugendnotdienst einrichten, der Tag und Nacht geöffnet hatte und wo Betroffene Zuflucht suchen konnten. Hier fanden jeweils 6 in Krisen befindliche Kinder und Jugendliche einen vorläufigen Schutz Die Betroffenen konnten zur Ruhe kommen. Unser Notdienst war eine kleine Pufferzone zwischen den oft stark verhärteten Familienfronten. Zu dieser Arbeit mit krisenbetroffenen Kindern und Jugendlichen und deren Familien kam ein weiterer Schritt, unser Angebot einer anonymen telefonischen Seelsorge. So entstand das Projekt Krisentelefon, das ebenso rund um die Uhr besetzt wurde und oft in Anspruch genommen wurde. In enger Zusammenarbeit mit einer Frauengruppe aus Buchholz in der Nordheide erarbeiteten wir ein Konzept für ein Familienzentrum, das Angebote rund um die Familie bereit halten sollte und eröffneten dieses Zentrum 1994 als einen Treffpunkt für Frau und Familie und nannten es Kaleidoskop. In diesen Jahren profilierten wir uns aber auch auf dem gesellschaftlichem Sektor, gestalteten Kinder-, Stadt- und Dorffeste, koordinierten die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Vereine und arbeiteten aktiv als Kreis- und Stadtverordnete mit und waren in vielen dieser Ausschüsse als sachkundige Vertreter gefragt. Auch hier erkannten wir die Lücken der örtlichen Verantwortung gerade gegenüber der Jugend und machten uns Gedanken zu einem neuem Projekt auf dem Gebiet der offenen Jugendarbeit. So wurde der Jugendclub Eierschale gegründet. Vor allem die Jugendgruppe Sloping birds war von Anfang an aktiv beteiligt. Wie schon Jahre zuvor erkannten wir in unserer täglichen Arbeit mit unterschiedlichsten Krisen, daß eine zeitweilige kurze Herauslösung betroffener Kinder aus ihren zerrütteten Familienverhältnissen nicht immer hilfreich genug war und machten uns Gedanken, wie man Hilfe über einen längeren Zeitraum ermöglichen konnte. Die Idee für ein Krisenhaus wurde geboren. 3 Jahre dauerte es, bis diese Idee in die Tat umgesetzt werden konnte. Durch eine Spende von 400.000 DM, durch den Verein "Helft uns leben" der Rheinzeitung Koblenz, konnte unsere Idee realisiert werden. Nach 6 Monaten Umbau und Sanierung, von vielen unterstützt, finanziert über einen hohen Kredit, konnten wir das Haus des Kindes KIFA im Dezember 1995 eröffnen. Ein weiteres Beispiel unseres Engagements ist die Übernahme eines Kinder- und Jugendfreizeitzentrums in Prenzlau. Dieses Zentrum wurde durch das Jugendamt des Kreises Uckermark betrieben und sollte geschlossen werden. Unser Verein bewarb sich um die Übernahme. Dadurch konnte das Zentrum für die Kinder und Jugendlichen der Stadt erhalten bleiben. Mit Hilfe vieler Firmen und der Sendung "Zeit läuft" des ORB gelang es, aus diesem unattraktiven Zentrum eine Begegnungsstätte für Jung und Alt zu machen. Der Jugendclub Eierschale mit der Jugendgruppe Sloping birds und das Familienzentrum Kaleidoskop zogen in das neue Zentrum um. Im neuen Outfit konnten wir das Zentrum, das KJFZ, Anfang 1998 wiedereröffnen. Die neuen Räume boten endlich Platz, unsere Projekte zu erweitern. Ins Kaleidoskop zog das Bastelstübchen mit einer Keramikwerkstatt ein. 1998 startete ein weiteres Projekt für Kinder, die Trauminsel. Als selbstverständlich sehen wir es aus heutiger Sicht an, daß sich unser kleiner Verein von einer Selbsthilfegruppe zum professionellen Träger sozialer Projekte entwickelt hat und weiter entwickeln muss. Ein wichtiger Schritt war aber auch die Entscheidung unseres Vereines nicht nur als sozial Leistender tätig zu sein, sondern in Zukunft auch die Funktion des Arbeitgebers inne zu haben. Bis zum heutigen zeitpunkt haben wir über 250 Menschen zeitweilig über die unterschiedlichsten Förderprogramme in Arbeit gebracht. Zurück |